Gießener Anzeiger, 04. April 2025
Nahtloser Weiterbetrieb
Kommunaler Wertstoffhof in Linden allerdings nur an drei Tagen geöffnet
Linden (twi). Mit einer städtischen Gartenabfalldeponie war Linden in den 80er Jahren Vorreiter. Von kommunalen Wertstoffhöfen war da noch keine Rede. Als diese im Landkreis eingeführt wurden, gab es für die Stadt durch den privat betriebenen Wertstoffhof Linden eine Sonderregelung. Stadt und Wertstoffhof hatten eine Kooperation geschlossen, die sich für die Bürger vor allem durch großzügige Öffnungszeiten auszeichnete.
Doch Ende März hatte der Wertstoffhof für immer seine Tore geschlossen, sodass die Stadt nunmehr wieder alleinverantwortlich für den Betrieb ihres kommunalen Wertstoffhofs ist. Fast 100 000 Euro wurden jetzt für die Umgestaltung aufgewendet.
Bürgermeister Fabian Wedemann durchschnitt zur Eröffnung am Mittwoch das Band. Seit den 80er Jahren können Bürger in der Nikolaus-Otto-Straße am Bahndamm der Main-Weser-Bahn vorbeischauen. Wurde seinerzeit die Gartenabfalldeponie noch von den beiden Obst- und Gartenbauvereinen ehrenamtlich betrieben, so sind es heute städtische Bauhofmitarbeiter, welche Verstärkung durch Teilzeitkräfte erhalten, die für einen geregelten Ablauf während der drei Öffnungstage sorgen. Eine Kofferraumladung voller Astwerk, nur eine der vielen Fraktionen, die angenommen werden, kann jeweils mittwochs und freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr dort einmal wöchentlich hingebracht werden. Grasschnitt und Laub wie einst darf allerdings nicht mehr angeliefert werden, in keinem der Wertstoffhöfe.
»Niemand muss im Wald entsorgen«
»Für Menschen, die in unserer Stadt wohnen, gibt es viele Möglichkeiten, den Abfall und die sich darunter befindlichen Wertstoffe in Linden oder auch dem nahe gelegenen Abfallwirtschaftszentrum in der Gießener Lahnstraße ordnungsgemäß zu entsorgen. Da muss niemand seine Waschmaschine in den Wald stellen «, betonte Wedemann zur Eröffnung, wobei weiße Ware kostenlos in der Lahnstraße angenommen wird.
Noch sind nicht alle Arbeiten auf dem städtischen Grundstück abgeschlossen. Es fehlt noch eine Umzäunung samt zwei Rolltoren für die Ein- und Ausfahrt. Aktuell findet sich hier schon ein Container für die Mitarbeiter. Doch wird dieser durch einen neuen ersetzt, der neben einem Büro auch eine Miniküche und Toilette enthält. Zur Einrichtung des nunmehr 2000 Quadratmeter großen Wertstoffhof-Areals wurden noch 300 Quadratmeter hinzugekauft. Dieser Ankauf wie auch den Anschluss von Wasser, Kanal und Strom machen die 100 000 Euro aus.
Halber Kubikmeter wird angenommen
Wie in allen anderen kommunalen, Wertstoffhöfen im Landkreis Gießen können Haushalte kostenlos verschiedene Wertstoffe in einer Menge von bis zu einem halben Kubikmeter (Kofferraumgröße) oder der Ladung eines kleinen Anhängers abgeben. Auch Papier im Volumen von zwei blauen Tonnen kann hier entsorgt werden. Größere Mengen werden nur im Abfallwirtschaftszentrum des Landkreises in der Lahnstraße in Gießen angenommen, dies zum Teil kostenpflichtig. Die Wertstoffe in den Containern sind Eigentum des Landkreises Gießen. Jegliche Entnahme ist verboten. Bereit stehen auf dem Areal Mülleimer für Korken, CDs und DVDs ohne Hüllen, Tintenpatronen und Tinten-Kartuschen, Altpapier und Kartonagen, Elektrokleingeräte mit einer Kantenlänge von maximal 30 Zentimetern mit enthaltenen Batterien und Akkus sowie Kunststoffrohre und Metall. Feuerlöscher, Gaskartuschen und ölverschmutzte Teile gehören hier nicht hin. Bauschutt und Hartkunststoffe sowie Holz und Astwerk werden angenommen.
Darüber hinaus stellte Wedemann auch den neuen Verschenk-Schrank vor, den die Jugendwerkstatt Gießen angefertigt hat. In diesen kann der Inhalt einer Tasche gebracht, getauscht oder mitgenommen werden. Haushaltswaren, Bücher, Blumentöpfe, Spielzeug und Dekoartikel gehören hier hinein. Jedoch keine Medikamente, Lebensmittel, Kosmetika oder Kleidung. Bei den Abgaben soll es sich um intakte, funktionsfähige und saubere Gegenstände handeln.
»Je sorgfältiger die Wertstoffe voneinander getrennt sind, desto besser funktioniert das Recycling,« machte das Stadtoberhaupt deutlich und verwies darauf, dass den Anweisungen der Beschäftigten vor Ort unbedingt gefolgt werden müsse, wenn es um eben jene Sortierung oder auch Mengenbegrenzungen gehe.