Brückensanierung verschoben

Gießener Anzeiger, 01. Februar 2025

Sanierung wird verschoben
Arbeiten an Leihgesterner »Europabrücke« doch erst ab 2028 geplant

Linden (twi). Erst hü, dann hott. Diesen Anschein erwecken die BahnbrückeMitteilungen, die Bürgermeister Fabian Wedemann (CDU) zur anstehenden Sanierung der »Europabrücke« über die Main-Weser-Bahn zwischen Stadtzentrum und Bergmann-Kreisel in Leihgestern erweckt. Hatte das Stadtoberhaupt im vergangenen Jahr über Pläne von Hessen Mobil berichtet, die Brückensanierung vorzuverlegen und schon im Sommer 2026 damit zu beginnen, so vermeldete er in der Haupt- und Finanzausschusssitzung jetzt, dass die Sanierung »wohl erst zum Ende meiner Amtszeit« erfolgen soll. Dies wäre dann 2028 oder 2029 der Fall.

Langer Vorlauf

Fakt ist: Die Brücke wurde zu Beginn der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts errichtet und mit Schließung des beschrankten Bahnübergangs am 9. Januar 1973 in Dienst gestellt. Beachtliche 1,1 Millionen DM, also rund 563 000 Euro hat das im Volksmund »Europabrücke« genannte Bauwerk gekostet.

Ihren Namen hatte die Brücke dabei aufgrund ihrer langen Bauzeit und Materialverwendung wie beim Original, der zehn Jahre zuvor im November 1963 eingeweihten Europabrücke in Österreich, erhalten.

Diese war mit 190 Metern über dem Talboden einst die höchste Brücke Europas.

Es war dies noch zu Zeiten, da Großen-Linden und Leihgestern sich »feindlich« gegenüberstanden und noch keine gemeinsame Stadt bildeten. Und da nun ja schon der Bahnhof zu Großen-Linden gehörte, wollten die Leihgesterner seinerzeit damit auch zum Ausdruck bringen, welch einzigartiges Bauwerk nun auf ihrem Boden errichtet wurde. Auf eine »Maut«-Gebühr wurde aber auch schon damals verzichtet. Dass nach 52 Jahren eine Sanierung ansteht, ist verständlich, wobei jedoch bereits 1995/96 eine Brückensanierung erfolgte und dies mittels Ampelschaltung.

Abstimmung

Diese wurde nun bei der angekündigten neuen Sanierung verweigert, und auch deshalb sorgte die erforderliche Umleitung für zahlreiche Diskussionen in der Bevölkerung und für Planungsarbeit im Rathaus.

Doch wie sieht es denn nun wirklich aus mit einer Sanierung? Dazu nahm Pressesprecher Felix Filke von Hessen Mobil Stellung. Wie dieser ausführte, besteht das Bauwerk aus mehreren Teilbauwerken, die zu unterschiedlichen Zeiten fertiggestellt wurden. »Mittlerweile haben die weitergeführten Planungen der Brückensanierung ergeben, dass für die grundhafte Instandsetzung der Brücke zeitweise Sperrpausen der Bahn für die unterhalb der Brücke verlaufende Main-Weser-Bahnstrecke benötigt werden. Hierzu befinden wir uns in enger Abstimmung mit der Bahn. Solche Sperrpausen erfordern eine sorgfältige Planung und Koordination und benötigen dementsprechend einen relativ langen Vorlauf. Der aktuelle Zeitplan sieht deshalb vor, mit den Arbeiten an der Brücke voraussichtlich im Jahr 2028 zu beginnen und 2029 zu beenden – in Abhängigkeit von den von der Deutschen Bahn genehmigten Sperrpausen«.

Umfangreich

Wie Filke weiter mitteilte, ist eine grundhafte Instandsetzung der Brücke vorgesehen, welche Erneuerungen an der Entwässerung und Abdichtung der Brücke, dem Fahrbahnbelag und den sogenannten Übergangskonstruktionen umfasst. Darüber hinaus sind auch Arbeiten unter der Brücke am dortigen Berührungsschutz zu der Bahnlinie erforderlich.

»Allerdings befinden sich die Planungen immer noch in einem frühen Stadium und werden sich erst mit den abschließenden Untersuchungen der Brücke und den weiteren Planungsschritten konkretisieren «, so Filke. Was viele Bürger im September 2024 als Vorbereitung für die anstehende Sanierung angesehen hatten, waren indes Arbeiten an der Entwässerung, indem die Brückenabläufe gesichert wurden. Die angekündigten Arbeiten fanden nur an der Unterseite der Brücke statt und beeinträchtigten den Verkehr nicht. Bleibt noch anzumerken, dass es mit der anstehenden Sanierung der Leihgesterner »Europabrücke « besser als dem Original geht, denn auch die »echte « Europabrücke ist in die Jahre gekommen und soll 2040 neu gebaut werden.

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