Wertstoffhof in Linden

Gießener Anzeiger, 28. Januar 2025

Komfort-Öffnungszeiten verschwinden
Stamm verkauft Gelände an Aktiv-Mietpark – Kommunaler Wertstoffhof bleibt vor Ort

Linden (ww). Der kommunale Wertstoffhof der Stadt Linden wird ab dem 1. April, nicht mehr zu den bisher im Landkreis einmaligen erweiterten Zeiten öffnen. Die Familie Stamm, die Betreiber dieses Wertstoffhofs ist, gibt ihr Geschäft auf und verkauft ihr Grundstück an eine Firma im Gewerbegebiet Lückebachtal, die Maschinen und Werkzeuge zum Mieten anbietet.

WertstoffhofDaher fallen das Stamm-Gartencenter und der -Holzbrennstoffhandel weg, zu deren Öffnungszeiten parallel der eigene und der kommunale Wertstoffhof genutzt werden konnten. Stamms haben mit der Kommune eine Vereinbarung über den Betrieb des kommunalen Teils bis 31. Dezember dieses Jahres, teilte Lindens Bürgermeister Fabian Wedemann am Freitag auf Anfrage mit. Die Aktiv-Mietpark-Geschäftsführerin Lilla Dudek erklärte am Montag, dass der Standort des Unternehmens auf das bisherige Stamm-Gelände ausgedehnt werde.

Der einmalige Mitbetrieb eines kommunalen Wertstoffhofs durch einen Privaten im Landkreis ist damit Geschichte. Der kommunale Wertstoffhof wird in jedem Falle weitergeführt, allerdings nicht mehr zu den Komfortöffnungszeiten. Wedemann erklärte, dass die Stadt daran denke, zumindest 12 Stunden wöchentlich Anlieferungszeit anzubieten, darunter auch am Samstag. Dafür müssten maximal drei 520-Euro-Kräfte eingestellt werden, ergänzte der Bürgermeister am Montag auf Anfrage. Es würden die alten Tore wieder reaktiviert.

Das Gelände des kommunalen Wertstoffhofs mit seinen Containern sei schon immer im Eigentum der Stadt gewesen. Weg falle unter anderem durch die Firmenaufgabe die Anlieferung von großen Mengen an Bauschutt, die bei Stamm bezahlt werden mussten. Die Anlieferung von bestimmten Wertstoffen im kommunalen Wertstoffhof sei schon immer kostenlos gewesen. Wedemann verweist zudem auf die Betriebsstätte des großen Entsorgers Remondis in Linden, aber auch das kreiseigene Abfallzentrum in Gießen. In Städten und Gemeinden
im Landkreis werden die Wertstoffhöfe durch die Kommunen betrieben. Dazu zählen eine Kofferraumladung oder ein kleiner Anhänger voller Bauschutt, Holz, Metalle, Elektrogeräte bis Toastergröße, Astwerk, Papier und Pappe, Hartkunststoff, Kunststoffröhren, Flach- und Spiegelglas, Energiesparlampen, Toner/Tintenkartuschen, CDs, Korken und Montageschaum-Dosen. Der Landkreis zahlt dafür Geld. Firmeninhaber Andre Stamm bestätigte am Montag, dass er seine Selbstständigkeit zum 31. März aufgebe werde. Seinen Kunden kündigte er bereits an, dass es im Februar und März, weil das Firmengelände geräumt werden müsse, zu Einschränkungen des Betriebs kommen könne. 2009 sei das Familienunternehmen gegründet und nur wenige Jahre später die Überwachung des kommunalen Wertstoffhofs der Stadt mit übernommen worden. Selbst sein Vater helfe noch mit, doch die allgemeinwirtschaftliche Lage habe ihm Anlass gegeben, umzudenken. Mit seinen 40 Jahren habe er bereits die Hälfte seines Lebens in der Selbstständigkeit verbracht und wolle jetzt noch einmal etwas anderes machen.

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